CDRmare reicht Beitrag zum Klimaschutzprogramm ein

Länder, Kommunen und Verbände sind bis heute im Rahmen eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens aufgerufen, Vorschläge zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung einzureichen.  

Die DAM-Forschungsmission CDRmare ist diesem Aufruf nachgekommen und hat gestern eine Stellungnahme zur Bedeutung und möglichen Rolle mariner CO2-Entnahmeverfahren eingereicht.

Die gesammelten Kernaussagen leiten sich aus den Ergebnissen der bisherigen CDRmare-Forschungsarbeit zu fünf ausgewählten meeresbasierten Verfahren der gezielten CO2-Entnahme und -Speicherung ab.  Außerdem verweist die Mission auf ihren neu entwickelten Leitfaden zur Bewertung meeresbasierter CO2-Entnahmemethoden und -projekte.

Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

Meeresbasierte Verfahren zur CO2-Aufnahme und -Speicherung können mittel- und langfristig helfen, schwer vermeidbare CO2-Restemissionen auszugleichen und somit den weiteren Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre zu reduzieren.

Welche marinen CO2-Entnahme- und -Speicherverfahren in ausgewählten Meeresregionen einsetzbar sind, hängt von den lokalen Bedingungen ab. In deutschen Nord- und Ostseegewässern sind die Möglichkeiten auf wenige Methoden begrenzt.

Eine verantwortungsvolle und nachhaltige Umsetzung mariner CO₂-Entnahmemethoden erfordert Forschung zur Wirksamkeit, Umweltauswirkungen und Skalierbarkeit und setzt die Entwicklung eines robusten und wissenschaftlich fundierten Monitoring-, Reporting- und Verifikationsrahmens (MRV) voraus, der eine transparente und verlässliche Bilanzierung der Netto-CO₂-Entnahme sowie möglicher Umweltauswirkungen ermöglicht.

Meeresbasierte Verfahren zur CO2-Aufnahme und -Speicherung können mittel- und langfristig helfen, schwer vermeidbare CO2-Restemissionen auszugleichen, wenn:

  • ausreichend Wissen zu den Vorteilen und Risiken der einzelnen Methoden für Klima, Menschen und Umwelt existiert,
  • Methoden und Grenzwerte für ein verantwortungsvolles, flächendeckendes und funktionierendes Umweltmonitoring etabliert werden,
  • in einem transparenten und inklusiven Dialogprozess gemeinsam entschieden wird, ob die aus einem Einsatz resultierenden Konsequenzen gewollt und moralisch vertretbar sind,
  • ein klarer Regulierungsrahmen entwickelt wird sowie
  • die durch die jeweiligen Verfahren entstehenden Lasten für Mensch und Umwelt fair verteilt werden.

Es ist unausweichlich, schwer vermeidbare Emissionen zu kompensieren. Dies ist jedoch nur in einem begrenzten, klar zu definierenden Bereich möglich. Die Potenziale verfügbarer Ansätze der CO2-Entnahme und -Speicherung decken nur einen Bruchteil unserer gegenwärtigen Emissionen.

Oberste Priorität aller (klima-)politischen Entscheidungen müssen die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen haben. Eine gezielte CO2-Entnahme – marin oder terrestrisch – kann niemals den Löwenanteil unserer Minderungsanstrengungen ausmachen.  

Die gesamte Stellungnahme finden Sie hier.